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Aufklärung, geistige Strömung, die im 17. Jh. von England ausgehend, im 18. Jh. über Frankreich ganz ↑Europa erreichte. Sie wurzelte im neuzeitl.-physikal. Weltbild (↑I. Newton), im engl. ↑Empirismus (↑J. Locke) und Parlamentarismus und im frz. Skeptizismus (Montaigne). Ausgangspunkt der A. ist die Loslösung des Denkens vom überlieferten christl. Offenbarungsglauben und von dem durch das Christentum begründeten theolog.-metaphys. Weltbild zugunsten religiöser Toleranz und der Vorstellung einer »natürl. Religion« ohne konfessionelle Grenzen. Die Vorstellung, dass die Vernunft das Wesen des Menschen darstelle, wodurch alle Menschen gleich seien (↑Egalitarismus), ließen das Erziehungswesen und die Volksbildung zu einem Hauptanliegen der A. werden (u. a. Enzyklopädisten). In Dtl. hatte in der Philosophie v. a. I. Kant die A. kritisch verarbeitet und weitergebildet; in der Literatur wurde G. E. Lessing zu ihrem Hauptvertreter. In der Rechts- und Staatslehre führte v. a. die Forderung Montesquieus nach einer »Teilung der Gewalten« zu polit. Reformen (aufgeklärter ↑Absolutismus), die letztlich die ↑Frz. Revolution vorbereiteten.

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