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Die Antifaschistische Pädagogik ist ein pädagogisches Konzept, das vor dem Hintergrund eines aufkommenden jugendpolitischen Rechtsextremismus und eines starken Anstiegs rechtsextremistischer Straftaten vor allem in den 1970er und 1980er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland verfolgt wurde.[1]

Geschichte

Eine Grundlage zur Entstehung einer antifaschistischen Pädagogik legte Theodor W. Adorno in seinem Manuskript Erziehung nach Auschwitz 1966 mit der Feststellung: „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung.“ Alle anderen Debatten über Erziehungsideale seien laut Adorno dem gegenüber „nichtig und gleichgültig“, der politische Unterricht sei darauf zu zentrieren, „dass Auschwitz nicht sich wiederhole“. Aus dieser Sicht ist antifaschistische Erziehung nicht nur Teilbereich, sondern sowohl Grundlage als auch Ziel jeglicher Erziehung überhaupt. Adorno selbst formuliert in seiner Schrift kein pädagogisches Programm, benennt aber zentrale psychologische und zivilisatorische Probleme, auf die die Erziehung reagieren müsse und skizziert die Zusammenhänge, in denen ein geeignetes pädagogisches Konzept wirken könne.[2] Die antifaschistische Pädagogik wurde später als ein Mittel der Friedenserziehung betrachtet und entwickelt.[3]

Literatur

  • Brigitte Reich; Wolfgang Stammwitz: Antifaschistische Erziehung in der Bundesrepublik? Von den Schwierigkeiten einer pädagogischen „Bewältigung des Nationalsozialismus“. In; Hanns-Fred Rathenow; Norbert H. Weber (Hrsg.): Erziehung nach Auschwitz. Centaurus, 1989, S. 98-108; ISBN 3-89085-230-0

Einzelnachweise

  1. Michael Hambacher: Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: Handlungsstrategien gegen eine rechtsextreme Jugendkultur und fremdenfeindliche Einstellungen. Diplomica, 2015
  2. Irina Djassemy: Der "Productivgehalt kritischer Zerstörerarbeit": Kulturkritik bei Karl Kraus und Theodor W. Adorno. Königshausen & Neumann, 2002, S. 430
  3. Armin Bernhard: Mythos Friedenserziehung: zur Kritik d. Friedenspädagogik in der Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft. Focus-Verlag, 1988, S. 54ff
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