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Anna Vavak (* 4. März 1913; † 18. November 1959 in Wien) war ein aus Wien stammendes tschechisches Mitglied des kommunistischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus in Wien.

Vavak wurde nach wochenlanger Gestapo-Haft am 2. Oktober 1942 in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert. Zu dieser Zeit wurden Häftlingsfrauen für das Siemenslager Ravensbrück ausgesucht, wozu auch Vavak gehörte. Anna Vavak wollte unbedingt mit den Zivilarbeitern in Kontakt treten, um sie über die Geschehnisse im Lager zu informieren.[1] Sie meldete sich für den außerhalb des KZs liegenden Rüstungsbetrieb, wo sie als Hauptanweisungshäftling tätig war.[2] Nach ihrern Erinnerungsbericht führte sie die Aufnahmeprüfungen für die Häftlingskolonne durch und beeinflusste dadurch die Besetzung der Arbeitsplätze.[3] In dieser Funktion trug sie außerdem dazu bei, dass Listen mit den Namen von Häftlingsfrauen, die nicht zur Arbeit erschienen oder ungenügend gearbeitet haben sollten, dem „Arbeitseinsatzführer“ nicht mehr vorgelegt, bzw. vernichtet wurden.[4] Die Historikerin Anette Neumann hält sie für eine der maßgeblichen Organisatorinnen des Widerstands im KZ Ravensbrück.[5]

Die bei Siemens arbeitenden Häftlingsfrauen rückten am 28. April 1945, dem Tag der Evakuierung, von der SS bewacht, fast geschlossen aus dem Lager in Richtung Malchow. Auf dem Weg verschwand Anna Vavak am nächsten Tag am Rastplatz mit einer anderen Frau in einer Scheune, in der sie sich versteckten. Im Jahr 1946 heiratete Anna Vavak Hans Maršálek, der selbst im Konzentrationslager saß und nach dem Zweiten Weltkrieg als Chronist des KZs Mauthausen tätig war.

Quellen und Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sarah Helm: If This Is A Woman: Inside Ravensbruck: Hitler’s Concentration Camp for Women. Hachette, London 2015, S. 315 f..
  2. Sigrid Jacobeit, Lieselotte Thoms-Heinrich: Kreuzweg Ravensbrück: Lebensbilder antifaschistischer Widerstandskämpferinnen. Röderberg, Frankfurt/M. 1987, S. 179.
  3. Silvija Kavčič: Überleben und Erinnern. Slowenische Häftlinge im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Metropol, Berlin 2007, S. 161.
  4. Sigrid Jacobeit, Lieselotte Thoms-Heinrich: Kreuzweg Ravensbrück: Lebensbilder antifaschistischer Widerstandskämpferinnen. Röderberg, Frankfurt/M. 1987, S. 68.
  5. Annette Neumann, Funktionshäftlinge im Konzentrationslager Ravensbrück. In: Werner Röhr u. Brigitte Berlekamp (Hg.): Tod oder Überleben. Neue Forschungen zur Geschichte des Konzentrationslagers Ravensbrück. Edition Organon, Berlin 2001, S. 21.


Fairytale kdmconfig Profil: Vavak, Anna
Beruf österreichische KZ-Überlebende
Persönliche Daten
Geburtsdatum 4. März 1913
Sterbedatum 18. November 1959
Sterbeort Wien
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