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A. A. Ulrich (2013)

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Andreas Alexander Ulrich (* 21. September 1978 in Mönchengladbach) ist ein deutscher ehemaliger Schriftsteller.

Ulrich ist seit November 2017 schwer an Bauchspeicheldrüse in Form von chronischen Pankreatiden erkrankt, weshalb er nicht mehr regelmäßig schrieb. Seit Dezember 2019 verschlimmerte sich der Gesundheitszustand zur exokrinen Pankreasinsuffizienz und der damit verbundenen hohen Gewichtsabnahme und starken Schmerzzunahme so sehr, dass er seit diesem Zeitpunkt keine weiteren Publikationen mehr vorgenommen hat. Die Diagnosen erfolgten durch die Kliniken Maria Hilf (Gastroenterologie), die auf Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse seit Jahrzehnten spezialisiert sind. Diese Erkrankung ist nicht mehr heilbar.

Die Afghanistan-Papiere

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Ehemaliges Titelbild der Afghanistan-Papiere auf der Website der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (Screenshot)

Andreas Alexander Ulrich - Die Afghanistan-Papiere und der Kunduz-Bericht

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Screenshot 2013)

Einführung

Ulrich beteiligte sich im Jahr 2013 an der Wiederherstellung der zum großen Teil unleserlichen Afghanistan-Papiere, die der Funke Mediengruppe im November 2012 anonym zugetragen wurden.[1] Dabei entschlüsselte er den Bericht über den Luftangriff bei Kunduz vom 4. September 2009.[Siehe Bericht][2][3][4][5] Der vermutlich völkerrechtswidrige Angriff ging international als die von Medien so bezeichnete „Kunduzaffäre“ in die deutsche Nachkriegsgeschichte ein.[6]

Geschichte

Im März 2013 begann Ulrich sich an der Wiederherstellung der Afghanistan-Papiere zu beteiligen, die der Funke Mediengruppe mittels eines anonymen Informanten zugespielt wurden.[7][8] Dabei stellte er auch jenen Einsatzbericht wieder her, den die Bundeswehr durch die Bundesregierung an den Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages entsandte, welcher den Luftangriff bei Kunduz[9][10] vom 4. September 2009 mehr als deutlich beschrieb.[11] Im März 2013 reichten mehrere Angehörige der Opfer des Luftangriffes beim Landgericht Bonn Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland ein.[12] Im Oktober 2016 wies der Bundesgerichtshof (BGH)[13] die Klage zurück.[14] Ob und inwieweit die Wiederherstellungen von Ulrich dabei eine Rolle spielten, blieb jedoch unklar. Die Klage erfolgte aber kurz nach seiner Veröffentlichung des Berichtes.

Der Leiter der Abteilung Medienrecht im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) hatte das Verlagshaus Mitte März 2013 mit einer Abmahnung auf Basis des Urheberrechtsgesetzes aufgefordert, die Afghanistan-Papiere bis zum 27. März 2013 aus dem Internet zu entfernen und künftig nicht mehr zu veröffentlichen. Die Funke Mediengruppe hatte diese Frist aber verstreichen lassen, ohne der Aufforderung der Bonner Hardthöhe auch nur im geringsten Maße nachzukommen.[15] Daraufhin verklagte das Bundesministerium die Mediengruppe[16] und gewann den Prozess, was zur Depublikation der Afghanistan-Papiere im Internet führte.[17][18]

Graphische Nachweise (Screenshots 2013)

Kunduz-Bericht im Original

Abweichende Daten auf WikiLeaks

Am 9. Juli 2013 entdeckte Ulrich einen Bericht von einem ehemals in Afghanistan stationierten Feldjägerdienstkommando der Bundeswehr auf WikiLeaks, der inhaltlich nicht mit dem Bericht übereinstimmte, den er entschlüsselt hatte.[19][20]

Siehe auch

Weblinks

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<lang> Commons: Andreas Alexander Ulrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Fußnoten

  1. Afghanistan Papiere: Über 5.000 Seiten geleakte Berichte der Bundeswehr veröffentlicht. In: Netzpolitik.org, 22. Juli 2013. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  2. Die Afghanistan-Papiere – Aktenzeichen 2009-37-07 (Seite 07 der Ausgabe 37/2009). In: Archive.is, abgerufen am 27. Februar 2020.
  3. Die Afghanistan-Papiere – Aktenzeichen 2009-37-08 (Seite 08 der Ausgabe 37/2009). In: Archive.is, abgerufen am 27. Februar 2020.
  4. Die Afghanistan-Papiere – Aktenzeichen 2009-37-09 (Seite 09 der Ausgabe 37/2009). In: Archive.is, abgerufen am 27. Februar 2020.
  5. Die Afghanistan-Papiere – Aktenzeichen 2009-37-10 (Seite 10 der Ausgabe 37/2009). In: Archive.is, abgerufen am 27. Februar 2020.
  6. Kundus-Affäre: Eine Chronik. In: Süddeutsche Zeitung, 13. März 2015. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  7. Folgen eines verharmlosten Krieges. In: Süddeutsche Zeitung, 28. November 2012. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  8. 5000 Geheimdokumente zeigen die Wahrheit über Afghanistan. In Focus, 28. November 2012. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  9. Thema: Kunduz-Affäre. In: Der Spiegel. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  10. Chronologie des Bombardements nahe Kundus. In: Tagesschau (ARD), 7. September 2009. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  11. Die Afghanistan-Papiere. In: Archive.is, abgerufen am 27. Februar 2020.
  12. Kundus-Prozess: Opfer von Luftangriff fordern Schadenersatz. In: Süddeutsche Zeitung, 20. März 2017. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  13. Abkürzungsverzeichnis. (PDF; 49 kB) Abkürzungen für die Verfassungsorgane, die obersten Bundesbehörden und die obersten Gerichtshöfe des Bundes. In: bund.de. Bundesverwaltungsamt (BVA), abgerufen am 27. Februar 2020.
  14. Bundesgerichtshof: Deutschland haftet nicht für Kunduz-Bombardement. In: Der Spiegel, 6. Oktober 2016. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  15. WAZ lässt Afghanistan-Papiere trotz Urheberrechtsabmahnung im Netz. In: Heise Online, 9. April 2013. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  16. Afghanistan Papiere: Bundesverteidigungsministerium verklagt WAZ wegen geleakter Dokumente. In: Netzpolitik.org, 20. Juli 2013. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  17. Urheberrecht: WAZ muss Afghanistan-Papiere depublizieren. In: Netzpolitik.org, 5. August 2015. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  18. Rechtsstreit mit Regierung: Funke nimmt Afghanistan-Papiere offline. In: Website der Frankfurt Allgemeine, 5. August 2015. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  19. Erklärung zum Bericht durch WikiLeaks. In: WikiLeaks, abgerufen am 27. Februar 2020.
  20. Feldjägerbericht (PDF). In: Wistorage, abgerufen am 27. Februar 2020.

Weitere Sprachversionen: Spanisch

Fairytale kdmconfig Profil: Ulrich, Andreas Alexander
Namen Andreas A. Ulrich und A. A. Ulrich
Beruf deutscher Schriftsteller
Persönliche Daten
Geburtsdatum 21. September 1978
Geburtsort Mönchengladbach, Deutschland


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