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Die Aktion Arschloch ist eine Initiative gegen Fremdenfeindlichkeit, in der dazu aufgerufen wird, das Lied Schrei nach Liebe zu kaufen oder zu liken. Gegründet Ende August 2015 von Gerhard Torges, einem Musiklehrer aus Niedersachsen, erfährt die Aktion bundesweit eine außergewöhnlich hohe mediale Rezeption.

Hintergrund und Gründung

Waren es zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung des Liedes Schrei nach Liebe die rechtsextremen Übergriffe in Hoyerswerda oder Rostock, sind es dieses Mal die fremdenfeindlichen Übergriffe auf Asylbewerberheime beispielsweise in Heidenau, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen und die Idee zu der Gründung der Initiative herbeigeführt haben.

Im sozialen Netzwerk Facebook wurde der niedersächsische Musiklehrer Gerhard Torges auf einen Kommentar eines Freundes aufmerksam, der unter einem Artikel über Fremdenfeindlichkeit stand und dem der Kommentar hinzugefügt wurde „mal wieder nötig“. Der Kommentar bezog sich auf das 1993 von der Gruppe Die Ärzte veröffentlichte Lied Schrei nach Liebe.

Dieser Kommentar fand Torges Zustimmung und entsprechend teilte er den Artikel inklusive der zugehörigen Kommentare bei Facebook. Die Idee zu der Aktion war geboren, als der geteilte Kommentar innerhalb kurzer Zeit eine hohe Akzeptanz in der Netzgemeinde fand.

Veröffentlichungen in weiteren Medien

Zunächst wurden eigene Aktionsseiten auf den sozialen Netzwerken Google+, Twitter und Facebook eingestellt, kurz darauf folgte ein eigener Webauftritt.[1]

Idee hinter der Aktion

Es wird bezweckt, das Lied Schrei nach Liebe 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. So soll auch auf diese Weise klargemacht werden, dass die Mehrheit der Bundesbürger rechtsextremes Gedankengut ablehnt.

Finanzierung und Erlöse

Durch die Nutzung von weitgehend kostenlos verfügbaren Internetangeboten arbeitet die Initiative ohne eigene Kosten. Am 4. September 2015 erklärte die Band Die Ärzte, dass alle Erlöse durch die verkauften Downloads oder CD-Käufe sowie die zusätzlichen Gema-Einnahmen der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl zur Verfügung gestellt werden.[2]

Mediale Rezeptionen

Die mediale Rezeption ist vielfältig. Beispielsweise bescheinigt die überregionale Tageszeitung Die Welt der Aktion, dass sie in der Lage ist, dafür zu sorgen, dass ein „Song-Revival in der Flüchtlingskrise“ stattfindet.[3] Focus Online resümiert, dass es der Aktion gelungen ist, die Ärzte auf Platz 1 der iTunes-Charts zu katapultieren.[4] Das Jugendradio des Südwestrundfunks Dasding fordert auf seiner Webseite dazu auf, die Aktion zu unterstützen.[5] Spiegel Online meint, dass es der Aktion Arschloch gelungen ist, innerhalb kurzer Zeit auch andere Popgrößen dazu zu animieren, gegen Fremdenfeindlichkeit eine öffentliche Position zu beziehen.[6] Auch in internationalen Medien wurde inzwischen über die Aktion berichtet, zum Beispiel in The Washington Post [7].

Weblinks

Einzelnachweise

  1. "Aktion Arschloch": "Die Ärzte"-Song soll zurück in die Charts - hr3. In: hr-online.de. Abgerufen am 4. September 2015.
  2. Die Ärzte spenden ihren Erlös von 'Schrei nach Liebe' an Pro Asyl. In: rp-online.de. Abgerufen am 4. September 2015.
  3. "Aktion Arschloch": Ärzte-Song gegen Neonazis von 1993 stürmt die Charts - DIE WELT. In: welt.de. Abgerufen am 4. September 2015.
  4. Anti-Nazi-Hymne „Schrei nach Liebe“: Gegen Fremdenhass: „Aktion Arschloch“ katapultiert die Ärzte auf Platz 1 der iTunes-Charts - Musik - FOCUS Online - Nachrichten. In: focus.de. Abgerufen am 4. September 2015.
  5. Aktion Arschloch: Platz 1 in den Charts und Die Ärzte spenden alles! - MUSIK - DASDING.de. In: dasding.de. Abgerufen am 4. September 2015.
  6. Die Ärzte: "Schrei nach Liebe"-Aktion - Erlös geht an Pro-Asyl - SPIEGEL ONLINE. In: spiegel.de. Abgerufen am 4. September 2015.
  7. A 22-year-old anti-Nazi song tops German charts again — to welcome refugees. Abgerufen am 5. September 2015.
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